
Suizidalität ist historisch und über die Kulturen hinweg ein allgemein menschliches Phänomen. Nach Angaben der WHO begehen weltweit ca. eine Million Menschen jährlich Suizid. In Deutschland sind es mehr als 10.000. Das heißt, in Deutschland sterben jährlich mehr Menschen durch Suizid als durch Unfälle im Straßenverkehr, insbesondere wenn man bedenkt, dass nicht alle Suizide als solche erkannt und registriert werden. Diese sogenannte Dunkelziffer ist bei den Suizidversuchen noch höher. Vorsichtigen Schätzungen zu Folge, liegt die Zahl der Suizidversuche 10 bis 15 mal höher als die der Suizide.
Ziel unserer Fortbildungsveranstaltung ist es, Helfer und Helferinnen im Umgang mit Menschen in Krisensituationen zu stärken. Der Umgang mit suizidgefährdeten Menschen gehört für Ärzte, Psychologen, Krankenschwestern und andere HelferInnen zu den Anforderungen des beruflichen Alltags. Wir wollen auf diese belastenden und oft auch Angst hervorrufenden Situationen vorbereiten und dadurch die Handlungskompetenz erhöhen.
Wir vermitteln zunächst grundsätzliches Wissen über Krisen und Suizidalität. Die Teilnehmer erhalten die Gelegenheit, sich mit Ihren eigenen Wertvorstellungen und dem Umgang mit Krisensituationen auseinander zu setzen. Dadurch werden die Prinzipien und unterschiedliche Techniken der Krisenintervention veranschaulicht, sowie deren Möglichkeiten und Grenzen erörtert. Die präsuizidale Entwicklung und das präsuizidale Syndrom sind ebenso Inhalte des Seminars, wie die unterschiedlichen Erscheinungsformen von Krisen. Die Grundzüge der Krisenintervention werden vorgestellt, wobei das Containing von Gefühlen des Klienten durch den Therapeuten ein Schwerpunkt sein wird. Außerdem erarbeiten wir mögliche Interventionen bei suizidaler Erpressung und entwickeln Strategien, um Übertragungs– und Gegenübertragungsphänomene erkennen und handhaben zu können.
Seminarschwerpunkte · Risikogruppen der Suizidalität · Motivstrukturen für suizidale Handlungen · Einschätzung der akuten Suizidalität · Psych. Formen von Suizidalität · Formen von Krisen · Grundzüge der Krisenintervention · Verhaltenstherapeutische Strategien · Indikation und Vorgehen bei notwendiger Klinikeinweisung · Ethische und juristische Verantwortung
Seminarmethodik · Informationsvermittlung · Selbsterfahrung · Themenzentriertes Gruppengespräch · Übungen und Rollenspiele · Fallbeispiele zur Verdeutlichung der Dynamik · Supervision zu Fällen aus der Praxis der Teilnehmer
Seminarzeiten werden in Kürze veröffentlicht
Seminarort Nürnberg, Veillodterstr. 1
Trainer Roland Pickelein
Seminargebühr 210 Euro
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